16. Oktober 2017 | Allgemein

Europas ferner Osten: Eindrücke einer Bulgarien-Reise mit Dieter Happel

14 intensive wunderbare, begegnungsreiche und eindrückliche Tage liegen hinter uns. Erlebnisse und eine Gemeinschaft, auf die zu verzichten mir sehr schwer fällt. Predigten, Worte, Gebetsgemeinschaften, die wieder ganz neu Gottes Liebe in dieser Welt aufgezeigt haben. Eine Erlebnisrundreise nach Bulgarien und Mazedonien, die mir von neuem meinen Lebensblickwinkel zurechtgerückt hat, die wieder ganz neu dankbar sein lässt. Dankbar für das viele Gute hier in Deutschland und dankbar für Gottes Gemeinden im Ausland sowie der Auslandshilfe und dankbar für die großartige Schöpfung von Mensch und Natur.

Als bunt zusammen gewürfelte Gruppe im Alter von 29-78 Jahren bereisten wir zwei der Länder, in denen die Auslandshilfe arbeitet. Wir lernten die Projekte kennen und besuchten die christlichen Gemeinden vor Ort. Die Route führte uns in Bulgarien über  Sofia, Dupnitsa und dem sehr bekannten Rila Kloster nach Mazedonien.  Skopje und Ohrid See waren die nächsten Stationen und dann ging es wieder zurück in den Süden Bulgariens nach Gotse Delchev, Bansko, Velingrad, Plovdiv, Parvomaj, Panagiurishte und zurück nach Sofia.

Nach einem freundlichen Empfang in der FeG in Sofia konnten wir uns gleich am ersten Abend von dem vorzüglichen Essen der Bulgaren sowie der Gastfreundschaft der Gemeinden vor Ort überzeugen. Der erste Abend sollte Beispiel geben für die weiteren Empfänge, die Gottesdienste, die offenen Gespräche, Begegnungen sowie gemeinsame Mahlzeiten, die mit viel Liebe für uns vorbereitet wurden. In allen Gemeinden wurde der Dank für erfahrene Hilfe betont und wir haben herzliche Grüße nach Deutschland mitgenommen.
Nach einem kulturellen Aufenthalt in dem wunderschönen Kloster in Rila, dessen reichhaltige Wandmalereien uns zum Entdecken der biblischen Geschichten einluden, ging es weiter nach Skopje. Wir erkundeten die Innenstadt und feierten zwei Gottesdienste in verschiedenen Gemeinden. Was in Bezug auf die Gastfreundschaft für bulgarische Gemeinden gilt, haben wir genauso in Mazedonien erlebt.

Wir besuchten auch die Roma am Fluss: Etwa 70 Menschen leben am Fluss Vardar in Skopje in illegalen Behausungen, oder besser gesagt Baracken. Sie haben zwar mittlerweile Strom, es gibt aber nur eingeschränkt fließendes Wasser, weil immer wieder an den Leitungen gebaut wird. Ihr Einkommen erzielen sie durch das Sammeln und Verkaufen von Plastikflaschen und kommen damit kaum über die Runden. Teilweise gehen die Kinder zur Schule, doch durch ihr Verhalten (wer nichts hat, nimmt sich einfach was er braucht) und unsauberes Auftreten (kaum Waschmöglichkeiten) werden sie gemieden und automatisch zu Außenseitern. Gemeinsam mit lokalen Hilfsorganisationen sucht die Auslandshilfe nach Lösungen für diese Menschen. Es war für uns ein ernüchterndes Erlebnis, das unsere Gespräche, Gedanken und Gebete begleiten wird.
Am wunderschönen Ohrid See im Süden Mazedoniens ließen wir 2 Tage die Seele baumeln und fuhren danach zu unserer nächsten Station Gotse Delchev. Ein Rundgang durch das Tagesförderzentrum für behinderte Kinder und Jugendliche „Zeichen der Liebe“ und die Begegnung mit den MitarbeiterInnen und Kindern beeindruckte uns sehr. Das Fest zum Tag des Kindes am zweiten Tag berührte unsere Herzen noch viel mehr. Die Liebe und das Engagement der Mitarbeiter zu sehen und die Vorführungen der Kinder waren ein Highlight dieser Reise. Es war herzerwärmend ganz real miterleben zu dürfen, wie weit diese Kinder mit ihrer Einschränkung kommen können, wenn man sich um sie kümmert und sie fördert.
In Gotse Delchev konnten wir auch mit Johanna und Gottfried Müller zusammen sein und ihre Arbeit der im Aufbau befindlichen „mobilen Krankenpflege“ näher kennen lernen. Wir besichtigten die momentan nur teilweise genutzte Klinik und beten dafür, dass sich bald Ärzte für den Neuanfang eines medizinischen Zentrums finden.
Gemeinsam konnten wir am Abend im Bergdorf Leshten mit Panoramablick auf die Rhodopen Köstlichkeiten der Region genießen und uns ausgiebig unterhalten und austauschen. Die letzten Tage waren geprägt von weiteren Gemeindebesuchen, einer Besichtigung der zweitgrößten Stadt Bulgariens, Plovdiv und vielen tollen Begegnungen mit den Menschen in Bulgarien. In Sofia beschlossen wir die Reise mit einem gemeinsamen Abschiedsabend in der Hauptstadt.

Eine großartige Tour liegt hinter uns. Wir haben viel gelacht, gesehen, Gemeinschaft erlebt und nehmen unglaublich viele Eindrücke mit nach Hause. Wir waren alle sehr glücklich über diese 14 Tage und wollen nun das Gesehene in unsere Gemeinden hineintragen. Es bleibt Dank zu sagen für die wunderbare Reiseorganisation, die uns einen unbeschwerten und absolut reibungslosen Aufenthalt bescherte und uns die Arbeit der Auslandhilfe sowie die Gemeinden, die Menschen und die Kultur Bulgariens und Mazedoniens auf wunderbare Weise näher brachte. Vielen Dank.